Herbst im Allgäu: Die 9 schönsten Ausflugsziele, Wanderungen & Märkte in 2026

Herbst im Allgäu: Die 9 schönsten Ausflugsziele, Wanderungen & Märkte in 2026

Der Herbst ist eine meiner liebsten Jahreszeiten. Ich liebe diese gemütlichen Couch Tage mit Decke, Serie und dem Gefühl, einfach nichts mehr tun zu müssen. Aber genau das genieße ich noch mehr, wenn ich vorher ein paar Stunden draußen war, frische Luft im Gesicht hatte und mit einem müden Hund nach Hause komme.

Es muss gar kein riesiger Tagesausflug sein. Manchmal reicht schon ein Vormittag oder Nachmittag in der Natur. Mit Hund durch den Wald spazieren, heißen Kakao in der Thermoskanne dabeihaben, irgendwo an einem ruhigen See eine Bank finden und für ein paar Minuten einfach sitzen bleiben. Vielleicht mit einem Hörbuch im Ohr, dem Hund neben mir und dem Blick auf buntes Laub, Wasser und Berge. Ich war schon öfter im Allgäu unterwegs und finde jedes Mal neue Orte, die sich gerade im Herbst richtig lohnen.

In diesem Guide zeige ich dir deshalb meine liebsten Herbst Ausflugsziele im Allgäu. Orte, die wirklich Lust auf Herbst machen. Goldene Wäldern und Landschaften, klaren Seen, Bergpanorama und genau diesem Gefühl, dass man nach so einem Tag wieder ein kleines bisschen mehr bei sich angekommen ist.

Herbsttag im Allgäu

Herbst im Allgäu: Was ihr beachten solltet

Der Herbst ist im Allgäu wunderschön, aber genau dann würde ich Touren nicht mehr ganz so spontan planen wie im Sommer. Unten im Tal kann noch alles harmlos aussehen, während schattige Waldwege rutschig sind, nasses Laub auf Holzstegen liegt oder in höheren Lagen schon erste Schneereste bleiben.

Vor allem bei Klammen, Tobeln, Bergwegen und Touren mit Bergbahn lohnt sich ein kurzer Check am Abend vorher. Sind Wege geöffnet? Fährt die Bahn noch? Hat die Hütte überhaupt noch Saison? Im Herbst endet nicht überall alles am gleichen Tag, und nichts ist nerviger, als mit Hund und Rucksack am Parkplatz zu stehen und dann umplanen zu müssen.

Mit Hund würde ich kurz prüfen, ob auf eurer Route besondere Regeln gelten. In Naturschutzgebieten, auf Weiden oder rund um Alpen gehört der Hund an die Leine. Wenn ihr Bus oder Bergbahn nutzen wollt, schaut vorher nach, ob ein Ticket oder Maulkorb nötig ist. Die offizielle Allgäu Seite fasst die wichtigsten Infos zum Wandern mit Hund im Allgäu gut zusammen.

1. Gemütliche Herbstwanderung & heiße Schokolade mit Blick ins Ostrachtal

Wenn ihr im Herbst Lust auf eine kleine Wanderung mit richtig gemütlicher Einkehr habt, passt das Café Polite in Bad Hindelang perfekt. Es liegt oberhalb des Ortes am Fuß des Hirschbergs. Von der Sonnenterrasse schaut ihr über Bad Hindelang, das Ostrachtal und die Berge. Gerade an klaren Herbsttagen ist das so ein Ort, an dem man eigentlich nur kurz etwas trinken will und dann doch viel länger sitzen bleibt.

Starten könnt ihr im Ortszentrum von Bad Hindelang. Die gemütlichere Variante führt über den Schindackerweg hinauf und dauert etwa 30 Minuten. Wenn ihr etwas mehr Naturgefühl möchtet, könnt ihr über den Hirschbachtobel laufen. Dann wird der Weg abwechslungsreicher, mit Wald, Stegen, kleinen Brücken und Wasserfällen. Im Herbst, wenn das Laub feucht ist und der Tobel nach Wald riecht, fühlt sich das richtig schön nach kleiner Sonntagswanderung an.

Oben angekommen warten heiße Schokolade, Kaffee, Kuchen, Kaiserschmarrn und auch herzhafte Gerichte. Wir fanden die Einkehr dort wirklich super schön, vor allem wegen der Aussicht und der entspannten Stimmung. Unser Hund war dabei und das war überhaupt kein Problem. Hunde sind willkommen, Wasser steht bereit und auf der Terrasse sitzt man mit Hund besonders angenehm.

Café Polite

Mein Tipp: Wenn es vorher geregnet hat, zieht Schuhe mit gutem Profil an. Gerade im Tobel können Stege und Laub rutschig werden.

2. Eistobel bei Grünenbach: Wasserfälle und leuchtender Herbstwald

Der Eistobel bei Grünenbach ist im Herbst einer der abenteuerlichsten Ausflüge im Allgäu. Das Wasser rauscht durch die Schlucht, die Felsen sind dunkel und feucht, auf den moosigen Steinen liegen gelbe Blätter und hinter jeder Kurve verändert sich die Landschaft wieder.

Gerade im Herbst ist diese Mischung aus Wasser, Wald, Felsen und kühler Luft richtig besonders. Der Weg fühlt sich wilder an als ein normaler Waldspaziergang und ist genau deshalb so schön. Ihr solltet je nach Runde ungefähr 1,5 bis 2 Stunden einplanen.

Hunde dürfen angeleint mit. Das ist hier auch sinnvoll, weil der Weg stellenweise schmal, steinig und nach Regen schnell rutschig wird. Ich würde den Eistobel deshalb nicht zu spät am Tag starten und morgens kurz den aktuellen Wegstatus prüfen. Wenn es vorher stark geregnet hat oder ihr mit Hund lieber entspannter unterwegs seid, nehmt die kürzere Variante.

Weitere passende Touren findet ihr auch in meinem Guide zu Wanderungen im Allgäu mit Hund.

3. Moorweiher bei Oberstdorf: ein stiller Herbstspaziergang mit Spiegelungen

Wenn ihr im Herbst Lust auf eine kurze, ruhige Wanderung habt, würde ich den Moorweiher bei Oberstdorf wählen. Starten könnt ihr an der Mühlenbrücke in der Nähe der Nebelhornbahn. Von dort führt der Moorbadweg leicht bergauf, bis ihr nach kurzer Zeit zwischen Wald, Wiesen und der dunklen Wasserfläche des Weihers steht.

Für die kleine Runde über den Naturlehrpfad am Moorweiher braucht ihr ungefähr eine Stunde. Besonders schön ist die Stimmung an klaren Herbstmorgen, wenn sich die bunten Bäume und die umliegenden Gipfel im stillen Wasser spiegeln. Der Weg verläuft überwiegend über gut begehbare Kieswege und eignet sich deshalb auch für ältere Hunde oder Tage, an denen ihr keine anstrengende Bergtour machen möchtet.

Wenn euch die kleine Runde zu kurz sein sollte, könnt ihr über den Dienersberg ins Trettachtal weiterlaufen.

Mein Tipp: Plant den Moorweiher am besten für den Vormittag ein. Dann ist die Wasseroberfläche häufig noch ruhiger und die Spiegelung besonders schön.

Herbstwanderung in  Oberstdorf

4. Herbstwald statt großer Gipfeltour: Jägersberg bei Tiefenbach

Wenn ihr im Herbst eine Wanderung sucht, die nicht den ganzen Tag dauert, sich aber trotzdem nach einer richtigen Tour anfühlt, ist die Jägersberg-Runde bei Tiefenbach vielleicht das richtige für euch.

Startpunkt ist der Parkplatz Hirschsprung zwischen Tiefenbach und Obermaiselstein. Von dort führt der Weg durch den Wald hinauf auf die Hochebene. Für die Runde braucht ihr ungefähr zwei Stunden, allerdings kommen dabei mehr als 300 Höhenmeter zusammen.

Im Herbst gefällt mir an dieser Route vor allem die Abwechslung aus dichtem Wald, offenen Wiesen und kurzen Ausblicken auf die Allgäuer Berge. Wenn ihr noch etwa 15 Minuten zusätzlich einplant, könnt ihr einen Abstecher zur Judenkirche machen. Dabei handelt es sich nicht um eine Kirche, sondern um eine auffällige natürliche Felsformation mitten im Wald.

Eine kurze Passage fällt steil ab und verlangt Trittsicherheit sowie etwas Schwindelfreiheit. Also bitte etwas vorsichtig sein!

Judenkirche im Allgäu

5. Alperlebnispfad am Imberg: Hochmoor und echtes Berggefühl

Hier startet ihr an der Imbergbahn in Steibis und fahrt mit der Gondel hinauf. Von der Bergstation führt dann der vollständige Rundweg durch Wald, Alpweiden und Hochmoor. Der Weg eignet sich richtig gut für Familien mit Kindern. Entlang des Pfads verteilen sich 47 Stationen, an denen Kinder nicht nur Informationstafeln lesen müssen, sondern selbst etwas ausprobieren können. Sie können beispielsweise die Festigkeit des typischen Nagelfluhgesteins testen oder an einer Holzkuh das Melken üben.

Die Wege sind überwiegend breit und befestigt. Im Herbst bekommt die Landschaft dort oben schnell eine ganz andere Stimmung als im Tal. Das Gras wird blasser, das Moor färbt sich braun und gold und bei klarer Luft reicht der Blick weit über die Nagelfluhkette.

Mit Hund solltet ihr die aktuellen Hinweise zu den Privatwegen und Alpen vorher prüfen. Auf den Weideflächen und im Naturpark bleibt der Hund angeleint.

Wichtig: Plant mit Kindern mehr Zeit ein, als die reine Gehzeit vermuten lässt. An den Mitmachstationen bleibt man schnell länger stehen.

Prüft außerdem morgens den Betriebsstatus der Imbergbahn, denn der Sommerbetrieb endet Anfang November und kann bei schlechtem Wetter früher eingeschränkt werden.

6. Hopfensee-Rundweg bei Füssen: leicht laufen mit großer Aussicht

Wenn ihr im Herbst einfach ein paar Stunden am Wasser verbringen möchtet, ohne daraus eine richtige Wanderung zu machen, ist der Hopfensee eine meiner liebsten Optionen. Starten könnt ihr direkt an der Uferpromenade in Hopfen am See. Die Runde ist knapp sieben Kilometer lang, dauert ungefähr zwei Stunden und hat kaum Steigung. Ein Teil des Weges ist asphaltiert, später lauft ihr über Kieswege, durch kleine Waldstücke und an Schilfzonen vorbei. Gerade für ältere Hunde oder gemütliche Spaziergänger ist das eine schöne Idee.

Hopfensee im Herbst

An klaren Herbsttagen liegt die Alpenkette fast wie eine Kulisse hinter dem Wasser und an ruhigen Stellen spiegeln sich Berge und buntes Laub im See. Wunderschön!

7. Alpsee bei Hohenschwangau: Schlossblick zwischen bunten Bäumen

Wenn ihr Schloss Neuschwanstein einmal sehen möchtet, könnt ihr zuerst einen Fotostopp in Hohenschwangau einlegen. Dafür braucht ihr weder ein Ticket noch eine Schlossführung. Schloss Hohenschwangau liegt direkt oberhalb des Alpsees und ist vom Ufer aus deutlich präsenter. Neuschwanstein steht etwas weiter hinten am Hang. Während der Runde ist es deshalb nicht ständig zu sehen.

Danach würde ich statt einer Schlossbesichtigung lieber den Alpsee umrunden. Die gut fünf Kilometer lange Runde ist für mich mindestens genauso sehenswert wie die beiden Schlösser. Ihr lauft direkt am Wasser entlang, später durch Wald und über kleine Stege und bekommt immer wieder neue Ausblicke auf den See, die Berge und Schloss Hohenschwangau. An einigen Stellen zeigt sich auch Neuschwanstein zwischen den Bäumen. So verbindet ihr den bekannten Fotostopp mit einer viel ruhigeren Runde in der Natur.

Hier findet ihr noch offizielle Informationen zum Alpseerundweg.

Wenn ihr die Umgebung lieber mit einem Guide entdeckt, könnt ihr an einer dreistündigen Wanderung von Füssen nach Neuschwanstein teilnehmen. Die Route führt über den Alpsee bis zur Marienbrücke und verbindet schöne Fotospots mit Geschichten über König Ludwig II.

8. Herbstmarkt im Allgäu: Isnyer Schmalzmarkt am 10. Oktober 2026

Wenn ihr Isny ohnehin einmal besuchen möchtet, würde ich den Ausflug mit dem Isnyer Schmalzmarkt verbinden. Am 10. Oktober 2026 findet er von 10 bis 16 Uhr mitten in der Altstadt statt. Die Stände stehen rund um den historischen Schmalzbrunnen gegenüber dem Rathaus. Dadurch schlendert ihr nicht über irgendeinen beliebigen Markt, sondern steht direkt zwischen den alten Häusern der Stadt.

Tatsächlich geht es aber längst nicht nur um Schmalzbrote. Angeboten werden auch Kürbisse, Kartoffeln, Äpfel, Pilze und andere regionale Herbstprodukte. Dazu kommen Apfelküchle, Wildgerichte, Tee, Kräuterprodukte, Wein und Öl. Kinder können Kürbisse schnitzen und bei den Pilzfreunden aus Altusried gibt es eine kleine Pilzlandschaft.

Ich würde zuerst in Ruhe über den Markt schlendern und dort etwas probieren. Danach könnt ihr noch eine kleine Runde durch die Altstadt von Isny laufen. Besonders schön sind der Blaserturm, die alten Stadttore und der Weg entlang der Stadtmauer. So wird aus dem Marktbesuch ein richtig runder Herbsttag.

9. Pfrontener Viehscheid am 12. September 2026

Die Pfrontener Viehscheid ist hier in der Region ein richtiges Ereignis. Nach rund 100 Tagen auf zehn verschiedenen Alpen kehren die Jungrinder zurück ins Tal. Am Scheidplatz werden sie wieder ihren jeweiligen Bauern übergeben. Genau daher stammt auch der Name Viehscheid.

Am 12. September 2026 beginnt der Tag bereits um 8 Uhr auf dem Krämermarkt und bewirtschaftetem Festzelt. Die erste Herde aus dem Achtal wird gegen 9 Uhr erwartet. Etwa eine Stunde später folgt das Alpvieh aus dem Vilstal.

Besonders eindrucksvoll ist der Moment, wenn zuerst die Musikkapelle und die Alphirten durch den Ort ziehen. Dahinter folgen die geschmückten Kranzrinder. Nach einer kurzen Pause kommt die übrige Herde oft überraschend schnell. Dann wird es laut, eng und für ein paar Minuten ziemlich chaotisch. Genau das macht die Viehscheid so besonders. Das Pfrontener Viehscheid bittet Besucher deshalb, auf den Gehwegen zu bleiben und immer die vollständige Herde vorbeiziehen zu lassen.

Tipp: Wenn euch die große Viehscheid zu voll klingt, findet am 19. September 2026 um 10 Uhr in Pfronten-Röfleuten noch ein kleinerer Viehabtrieb statt. Dort kommt das Alpvieh vom Röfleuter Berg zurück. Das kann die angenehmere Alternative sein, wenn ihr die Tradition erleben möchtet, aber keine Lust auf das ganz große Gedränge habt.

Häufige Fragen zu Herbst Ausflügen im Allgäu

Was kann man im Allgäu im Herbst bei Regen machen?

Bei leichtem Regen würde ich eher den kurzen Moorweiher-Spaziergang oder den einfachen Aufstieg zum Café Polite wählen. Den Eistobel würde ich nur einplanen, wenn er geöffnet ist und keine Unwetterwarnung oder Dauerregen besteht, denn die Wege werden schnell rutschig. Dann sind eine gemütliche Einkehr oder ein Stadtbummel die bessere Entscheidung.

Welche Tour ist im Herbst für einen entspannten Tag geeignet?

Für einen ruhigen Tag passt der Moorweiher besonders gut. Die Runde dauert ungefähr eine Stunde und lässt sich spontan verlängern. Wenn ihr länger laufen möchtet und festen Untergrund bevorzugt, ist der Hopfensee die unkompliziertere Wahl.

Was muss ich mit Hund im Herbst besonders beachten?

Im Allgäu gibt es keine einheitliche Leinenregel für alle Orte. Lokale Schilder gehen vor, in Naturschutzgebieten, auf Sennalpen und an Kuhweiden gehört der Hund an die Leine. Im Herbst kommen nasses Laub, frühe Dunkelheit und schnell wechselndes Bergwetter dazu. Handtuch, Wasser (sowieso) und ein sichtbares Licht am Geschirr würde ich deshalb immer mit einpacken.

Fazit zu Herbst Ausflugsziele im Allgäu

Für mich ist der Herbst im Allgäu eine der schönsten Zeiten für einen Ausflug. Die Wälder werden bunt, die Luft fühlt sich klarer an und viele Orte und Seen sind nach den Sommerferien deutlich entspannter. Besonders mag ich, dass wir in dieser Jahreszeit nicht jeden Tag im Voraus planen müssen. Wir schauen morgens auf das Wetter und entscheiden dann ganz spontan, worauf wir Lust haben.


Der Herbst fühlt sich für mich immer ein bisschen entschleunigend an. Es muss nicht jeden Tag eine lange Wanderung oder ein besonderes Ausflugsziel sein. Manchmal reicht eine Runde am den See und eine Spaziergang durch einen den Wald mit gemütliche Einkehr. Bei schönem Wetter nehmen wir auch gerne eine Picknickdecke mit, suchen uns eine ruhige Wiese oder einen See und genießen einfach die Sonne. Dazu ein gutes Buch und das Rascheln der Blätter im Hintergrund. Viel mehr brauche ich an einem Herbsttag nicht.