Mit Hund im Sommer rauszugehen klingt erst einmal ganz normal. Der Hund muss schließlich raus, schnüffeln, sich lösen und ein bisschen Bewegung haben.
Aber sobald es im Sommer richtig warm wird, ist Gassi gehen nicht mehr einfach nur Gassi gehen. Dann geht es um Uhrzeiten, Schatten, Untergrund, Wasser, Pausen und manchmal auch um die ehrliche Entscheidung: Heute fällt die große Runde aus.
Wir haben das mit unserem Hund über die Jahre ziemlich klar gelernt. Im Sommer gehe ich nicht nach dem Motto: „Der Hund braucht aber seine normale Runde.“ Ich schaue auf Temperatur, Sonne, Bodenhitze und darauf, wie Simba (unsere Hund) drauf ist.
Meine wichtigste Sommerregel lautet: Im Zweifel lieber zu wenig als zu viel.
Ein Hund verzeiht einen langweiligen Tag. Aber ein Hitzschlag vielleicht nicht ...
Hunde können ihre Körpertemperatur nur begrenzt regulieren. Anders als wir Menschen schwitzen sie kaum, sondern kühlen sich vor allem über Hecheln ab. Genau deshalb können Hitze, pralle Sonne, aufgeheizter Asphalt oder ein Auto für Hunde schnell lebensgefährlich werden.
Gut zu wissen: Mit Hund im Sommer raus


Unsere Sommer-Gassi-Routine
Im Sommer verschiebt sich bei uns fast alles nach vorne und nach hinten.
Die große Runde machen wir meistens morgens, oft zwischen 7 und 8 Uhr. Dann sind wir je nach Wetter 40 bis 60 Minuten unterwegs, aber ruhig. Viel schnüffeln, wenig Tempo, im Wald und auf Wiesen.
Unsere typische Mittagsrunde fällt bei Temperaturen über 28 Grad aus. Stattdessen gibt es nur eine kurze Mini-Runde von 5 bis 10 Minuten und bei extremer Hitze über 30 Grad oft wirklich nur kurz zum Lösen in den Garten oder zur nächsten schattigen Stelle.
Wichtig ist: Das hängt immer vom Hund ab. Manche Rassen, ältere Hunde, Welpen, übergewichtige Hunde oder kurznasige Hunde sind bei Hitze noch deutlich anfälliger. Für manche Hunde können selbst 10 Minuten mittags schon zu viel sein. Deshalb gilt für uns hier lieber zu kurz als zu lang. Wirklich nur lösen, kurz schnüffeln und wieder zurück. Wenn dein Hund schon nach zwei Minuten angestrengt wirkt, dann reichen zwei Minuten.
Abends gehen wir noch einmal raus, aber nicht automatisch lang. Das ist wichtig. Nur weil die Luft um 20 Uhr angenehmer ist, heißt das nicht, dass der Boden schon kühl ist. Asphalt, Pflastersteine und Beton meiden! Sie können noch lange Hitze abstrahlen.
An guten Tagen laufen wir gegen 20:30 oder 21 Uhr nochmal 30 bis 40 Minuten. An super heißen Tagen bleibt auch die Abendrunde kurz.
Snuvel-Tipp
Wir machen den Hund vor dem Gassi gehen von unten mit einer feinen Sprühflasche etwas nass. Also nicht komplett abduschen, sondern gezielt Pfoten, Beine und Bauch mit kühlem, aber nicht eiskaltem Wasser befeuchten. Dadurch startet der Hund schon etwas abgekühlter in die Runde.
Warum ich Simba bei Hitze vor sich selbst schützen muss
Simba ist wirklich gerne draußen, wirklich seehr neugierig und grundsätzlich kein Hund, der bei Wärme sofort sagt: „Nein danke, ich bleibe lieber liegen.“
Und genau das ist der Punkt.
Viele Hunde hören bei Hitze nicht automatisch rechtzeitig auf. Sie laufen weiter, weil sie bei uns bleiben möchten. Weil es spannend riecht. Weil ein anderer Hund interessant ist. Weil ein Ball fliegt. Weil sie gefallen wollen. Deshalb finde ich den Satz „Der Hund zeigt schon, wenn es zu warm ist" ziemlich gefährlich...
Manche Hunde zeigen es zu spät. Manche wollen weiter. Manche sind durch Spiel, Gerüche oder Gruppendynamik so hochgefahren, dass sie ihre eigenen Grenzen nicht gut zeigen können. Für mich bedeutet Verantwortung im Sommer: Ich stoppe, bevor mein Hund sichtbar kämpfen muss.
Das gilt auch besonders für ältere Hunde, Welpen, übergewichtige Hunde, Hunde mit dichtem Fell, kranke Hunde und kurznasige Rassen. Aber auch ein sportlicher, eigentlich robuster Hund kann bei Hitze überlasten.
Warnzeichen / Woran du erkennst, dass es deinem Hund zu heiß wird
Woran du merkst, dass es deinem Hund zu heiß wird, ist nicht immer sofort eindeutig. Häufige erste Anzeichen sind, dass der Hund langsamer wird, stärker hechelt, Schatten sucht oder stehen bleibt. Auch eine weit heraushängende Zunge, Unruhe, übermäßiges Speicheln oder ein ungewöhnlich müder Eindruck können zeigen, dass die Hitze gerade zu viel wird.
Wichtig ist: Das sind keine harmlosen „Ihm ist halt warm“-Momente, sondern Warnsignale, die man ernst nehmen sollte.
Die Bundestierärztekammer nennt unter anderem verstärktes Hecheln, Erbrechen, Durchfall, Apathie, Taumeln oder Krämpfe als mögliche Anzeichen eines Hitzschlags. Ein Hitzschlag ist ein Notfall. Der Hund sollte sofort aus der Hitze gebracht, vorsichtig gekühlt und tierärztlich behandelt werden, auch dann, wenn er sich scheinbar wieder etwas erholt.
Warte nicht, bis es richtig schlimm aussieht. Wenn dein Hund angestrengt wirkt, ungewöhnlich langsam wird oder du einfach das Gefühl hast, dass ihm die Wärme zu viel ist, dreh lieber um. Dieses Bauchgefühl ist oft früher dran als der Kopf.
Bei diesen Zeichen ist für mich sofort Schluss: sehr starkes Hecheln, Unruhe oder starke Erschöpfung, übermäßiges Speicheln, glasiger Blick, Taumeln, Erbrechen oder Durchfall, Krämpfe oder wenn der Hund nicht mehr normal reagiert.
Heißer Asphalt: Bitte nicht unterschätzen
Heißer Asphalt wird im Sommer oft unterschätzt. Dabei ist der Boden für Hunde fast genauso wichtig wie die Lufttemperatur. Asphalt, Pflaster und Beton können sich stark aufheizen und auch abends noch lange Wärme speichern.
Auch wenn die Lufttemperatur noch okay wirkt, kann sich der Boden extrem aufheizen. Empfohlen wird der 7-Sekunden-Test mit dem Handrücken. Wenn die Oberfläche für deine Hand zu heiß ist, ist sie auch für Hundepfoten zu heiß.
Und wichtig: Asphalt kann auch abends noch heiß sein. Die Luft fühlt sich vielleicht schon angenehmer an, aber der Boden kann trotzdem noch Wärme speichern.
Wenn der Hund mittags trotzdem raus muss
Natürlich muss ein Hund auch im Sommer manchmal mittags raus. Aber dann gibt es bei uns keinen Spaziergang. Dann gibt es eine Löserunde. Das ist ein Unterschied. Eine Löserunde heißt bei uns die kürzeste Schattenroute, langsam gehen, ein paar mal kurz schnüffeln und wieder zurück ins Kühle.
Kein Training. Kein Ball. Kein „Jetzt sind wir schon draußen, dann können wir auch noch weiter.“
Ich nehme auch mittags ein Trinkflasche für Hund mit, selbst wenn wir nur zehn Minuten draußen sind. Nicht, weil Simba jedes Mal trinken muss, sondern weil ich im Zweifel nicht ohne dastehen möchte.


Diese finden wir zum Beispiel super! Trinkflasche von lumoleaf
Beschäftigung bei Hitze
Was wir statt langer Spaziergänge machen
Im Sommer ersetzen wir lange Spaziergänge viel öfter durch ruhige Beschäftigung und kleine Abkühlungen drinnen oder im Garten. Gut funktionieren zum Beispiel Suchspiele in der Wohnung, Futter im nassen, verknoteten Handtuch verstecken oder ein paar Leckerchen im schattigen Garten auslegen.
Für Abkühlung sorgen wir lieber sanft als mit zu viel Action. Ein nasses Handtuch zum Drauflegen oder fast noch effektiver ist eine Kühlmatte, ein schattiger Platz auf kühlen Fliesen oder ein kleiner Hundepool im Garten können an heißen Tagen schon viel bringen. Auch gefüllte, eingefrorene Schleckmatten oder ein Kong aus dem Kühlschrank sind praktisch, weil der Hund dabei ruhig und beschäftigt ist.
Wenn wir Abends nochmal Gassi sind laufen wir auch gerne zu Bachläufen oder flache Einstiegsstellen am See. An warmen Tagen ist auch einfach mal Siesta okay. Hunde müssen nicht jeden Tag ein Abenteuer erleben. Gerade im Sommer und auf Reisen ist weniger oft deutlich hundefreundlicher.
Weitere gute Sommer-Beschäftigungen sind zum Beispiel:
Hundeeis selber machen: zum Beispiel Naturjoghurt oder Quark mit etwas Wasser verdünnen, in kleinen Portionen einfrieren und nur in Maßen geben.
Wasserschüssel mit Gurkenstücken: ein paar Gurkenstücke oder hundefreundliche Snacks ins Wasser legen und den Hund danach suchen lassen.
Leckerchen im feuchten Handtuch verstecken: kühlt leicht und beschäftigt den Hund ruhig.
Schleckmatte aus dem Kühlschrank: mit Joghurt, Nassfutter oder etwas pürierter Banane bestreichen und kaltstellen.
Kong oder Futterspielzeug einfrieren: ideal, wenn der Hund länger ruhig beschäftigt sein soll.
Schnüffelspiele in der Wohnung: Leckerchen verstecken und den Hund suchen lassen.
Mini-Pool oder flache Wasserschale im Garten: nicht zum wilden Toben, sondern zum Pfoten kühlen und Planschen.
Ruhiges Training im Schatten: einfache Signale, Deckentraining oder kleine Suchaufgaben.
Späte Abendrunde am Wasser: wenn es wirklich abgekühlt ist, kann ein Waldstück mit Bachlauf perfekt sein.


Sommerurlaub mit Hund clever planen
Gerade im Sommer merkt man: Urlaub mit Hund beginnt nicht erst vor Ort, sondern schon bei der Planung.
Ein schönes Hotel reicht nicht automatisch aus. Mit Hund schauen wir viel genauer hin: Gibt es schattige Gassirunden in der Nähe? Ist vielleicht sogar ein See oder Bachlauf erreichbar? Gibt es klimatisierte Zimmer oder zumindest eine Unterkunft, die sich nicht komplett aufheizt? Darf der Hund wirklich mit, oder ist er nur irgendwie „erlaubt“?
Genau deshalb findest du bei Snuvel nicht nur Reiseberichte, sondern auch hundefreundliche Hotels, Ferienhäuser und Reisedeals für Urlaub mit Hund.
Uns geht es dabei nicht darum, irgendein „Haustiere erlaubt“-Hotel zu empfehlen. Sondern Unterkünfte und Reiseideen zu finden, die mit Hund wirklich Sinn machen.
Sommer-Packliste fürs Gassi gehen mit Hund
Ich packe im Sommer lieber ein paar Dinge mehr ein. Nicht, weil man für jede Gassirunde eine halbe Ausrüstung braucht, sondern weil ein paar Basics den Unterschied machen können.
1. Hundetrinkflasche oder faltbarer Napf
Wasser ist für uns die absolute Basis. Auch für kurze Runden nehme ich an heißen Tagen lieber etwas mit. Ein faltbarer Napf oder eine Hundetrinkflasche nimmt kaum Platz weg und ist unterwegs einfach praktisch.
Unser Equipment: Hundetrinkflasche oder faltbarer Wassernapf
2. Leichtes Mikrofaserhandtuch
Ein leichtes Handtuch ist im Sommer super praktisch. Man kann den Hund nach einem Bach kurz abtrocknen, das Tuch leicht anfeuchten oder es unterwegs als saubere Liegefläche nutzen.
Unser Handtuch: Mikrofaserhandtuch für Hunde
3. Längere Leine oder Biothane-Schleppleine
Im Sommer möchte ich nicht, dass Simba sich durch Rennen hochpusht. Mit einer längeren Leine kann er schnüffeln und sich frei fühlen, ohne komplett in Action zu kippen.
Rudelkönig Leine: Schleppleine 5 Meter
4. Kühlmatte für Unterwegs
Nicht jeder Hund liebt Kühlmatten, aber auf Reisen oder in Ferienwohnungen oder auch für zu Hause kann eine Kühlmatte wirklich hilfreich sein. Sie ersetzt natürlich keinen Schatten kann aber beim Runterkommen helfen.


5. Hundeschuhe, Pfotenschutz
Pfotenschuhe oder Pfotenbalsam können im Sommer auch sinnvoll sein, sind aber kein Freifahrtschein für heißen Asphalt. Wenn der Boden zu heiß ist, ist die beste Lösung immer: Strecke ändern, auf Wiese oder Schatten ausweichen oder die Runde verschieben.
Hundeschuhe können bei empfindlichen Pfoten oder kurzen unvermeidbaren Strecken helfen, müssen aber vorher in Ruhe trainiert werden. Pfotenbalsam pflegt die Ballen, schützt aber nicht vor heißem Untergrund.
Hundeschuhe, die wir empfehlen können: Ruffwear Hundeschuhe
Pfotenschutz/Pfotenbalsam: Pfotenbalsam für Hunde
Dinge, bei denen wir im Sommer kompromisslos bin
Joggen oder Radfahren bei Hitze? Nein.
Für mich ist Joggen oder Radfahren mit Hund bei Hitze nicht sportlich, sondern verantwortungslos. Hunde laufen oft mit, weil sie uns gefallen wollen, nicht weil es ihnen gut tut. Bei Hitze kann das schnell gefährlich werden. Wenn jemand seinen Hund bei hohen Temperaturen neben dem Fahrrad herlaufen lässt oder mit ihm in der Sonne joggt, ist das für mich keine „Auslastung“, sondern Tierquälerei.
Auch tierärztliche Empfehlungen raten dazu, bei sommerlichen Temperaturen nicht mit dem Hund joggen oder Fahrradfahren zu gehen und Bewegung bewusst einzuschränken, weil Hunde die Gefahr nicht zuverlässig selbst einschätzen. (tierarzt-ronnenberg.de)
Hund im Auto lassen? Niemals.
Das ist für mich nicht verhandelbar: Ein Hund bleibt bei Wärme nicht allein im Auto. Auch nicht „nur kurz“, auch nicht mit offenem Fensterspalt und auch nicht „nur schnell beim Bäcker“.
VETO Tierschutz warnt, dass ein parkendes Auto bei Sonne schon in wenigen Minuten zur Hitzefalle werden kann. Bereits bei etwa 20 Grad Außentemperatur kann die Temperatur im Auto auf über 40 Grad steigen. Ein leicht geöffnetes Fenster reicht nicht aus, um den gefährlichen Hitzestau zu verhindern.
Für Hunde ist das besonders gefährlich, weil sie kaum schwitzen können und ihre Körpertemperatur hauptsächlich über das Hecheln regulieren. Wenn die Hitze im Auto zu stark wird, reicht Hecheln irgendwann nicht mehr aus – und es kann schnell lebensgefährlich werden.
Deshalb gilt für uns ganz klar: Wenn der Hund nicht mit rein darf, bleibt er an warmen Tagen gar nicht erst im Auto.
Ballspiele in der Sonne? Nein.
Ballspiele in der prallen Sonne sind für uns im Sommer tabu. Gerade Hunde, die gerne rennen und apportieren, merken oft viel zu spät, dass ihnen die Hitze zu viel wird. Das Problem ist die Kombination aus Bewegung, Aufregung, Hitze und Sonne. Der Körper fährt hoch, der Hund hechelt stärker und die Belastung kann schnell gefährlich werden.
Deshalb gibt es bei uns an heißen Tagen keine Ballspiele, kein wildes Apportieren und kein Hetzen über Wiesen oder Wege.
Wenn unser Hund aber trotzdem mal mehr Auslastung braucht, verschieben wir das bewusst auf spät abends. Im Sommer ist es oft auch um 21 oder 22 Uhr noch hell, aber die Sonne ist weg und die Temperaturen sind deutlich angenehmer. Dann gehen wir lieber an ein schattiges Waldstück mit Bachlauf, wo sich der Hund zwischendurch abkühlen kann. Dort darf er dann auch mal freier laufen, schnüffeln, durchs Wasser gehen oder etwas apportieren, aber eben deutlich ruhiger und kontrollierter als mittags in der Sonne.
Statt Stöcken würden wir eher ein sicheres Hundespielzeug (Chuckit! - Ultra Fetch Stick) oder einen Dummy (Apportierbeutel) nehmen, weil echte Äste beim Rennen und Fangen Verletzungen verursachen können. Simba ist hier immer sehr wild.
Unsere Regel: Im Sommer nicht komplett auf Beschäftigung verzichten, sondern sie in die kühleren Tageszeiten legen und so gestalten, dass der Hund nicht überhitzt.
Häufige Fragen zum Gassi gehen mit Hund bei Hitze
Wann sollte man im Sommer mit Hund Gassi gehen?
Im Sommer würden wir die große Gassirunde ganz klar in die frühen Morgenstunden legen, idealerweise zwischen 6 und 8 Uhr. Am besten funktioniert es bei uns meistens gegen 6 oder 7 Uhr, weil die Luft dann noch kühler ist und sich der Boden noch nicht so stark aufgeheizt haben.
Zwischen 10 und 18 Uhr würden wir bei warmem Wetter keine richtige Gassirunde mehr planen. Wenn der Hund mittags raus muss, dann wirklich nur kurz: 5 bis 10 Minuten, möglichst im Schatten, nur lösen lassen, kurz schnüffeln und wieder zurück.
Bei starker Hitze ab 30 Grad reicht oft sogar nur der Garten oder die nächste schattige Stelle für 2 bis 3 Minuten.
Wichtig: Das hängt immer vom Hund ab. Für ältere Hunde, Welpen, übergewichtige Hunde, kurznasige Rassen oder Hunde mit dichtem Fell können selbst 10 Minuten in der Mittagshitze schon zu viel sein. Dann lieber noch kürzer gehen.
Die Abendrunde würden wir frühestens ab 20:30 oder 21:00 Uhr machen, manchmal auch erst gegen 22:00 Uhr. Aber auch dann prüfen wir immer den Boden. Denn nur weil die Luft wieder angenehmer ist, kann Asphalt trotzdem noch Hitze speichern.
Ab wann ist es zu heiß zum Gassi gehen?
Das hängt vom Hund ab, aber bei uns gilt: Ab etwa 24/25 Grad reduzieren wir deutlich. Dann gibt es keine lange Mittagsrunde, keine Stadtwege in der Sonne und keine wilden Spiele mehr.
Ab 28 Grad machen wir tagsüber nur noch kurze Löserunden. Bei 30 Grad plus geht mittags wirklich nur kurz raus zum Lösen und wieder zurück ( immer im Schatten).
Wichtig: Ältere Hunde, Welpen, kurznasige Rassen, kranke oder übergewichtige Hunde können schon bei niedrigeren Temperaturen Probleme bekommen. Im Zweifel lieber kürzer gehen oder gar nicht gehen und die große Runde auf früh morgens oder spät abends verschieben.
Muss mein Hund auch bei Hitze seine normale Runde machen?
Nein. Im Sommer darf und sollte die normale Routine angepasst werden. Ein Hund braucht bei Hitze nicht zwingend eine lange Runde, sondern sichere, ruhige Bewegung und genug Erholung.
Was mache ich, wenn mein Hund bei Hitze trotzdem voller Energie ist?
Wenn dein Hund bei Hitze trotzdem voller Energie ist, würde ich ihn nicht durch Rennen, Ballspiele oder lange Spaziergänge auslasten. Besser sind ruhige Ideen, die den Kopf beschäftigen oder sanft abkühlen, ohne den Körper zusätzlich hochzufahren.
Gute Sommer-Ideen sind zum Beispiel:
Hundeeis selber machen: zum Beispiel Naturjoghurt oder Quark mit etwas Wasser verdünnen, in kleinen Portionen einfrieren und nur in Maßen geben.
Wasserschüssel mit Gurkenstücken: ein paar Gurkenstücke oder hundefreundliche Snacks ins Wasser legen und den Hund danach suchen lassen.
Leckerchen im feuchten Handtuch verstecken: kühlt leicht und beschäftigt den Hund ruhig.
Schleckmatte aus dem Kühlschrank: mit Joghurt, Nassfutter oder etwas pürierter Banane bestreichen und kaltstellen.
Kong oder Futterspielzeug einfrieren: ideal, wenn der Hund länger ruhig beschäftigt sein soll.
Schnüffelspiele in der Wohnung: Leckerchen verstecken und den Hund suchen lassen.
Mini-Pool oder flache Wasserschale im Garten: nicht zum wilden Toben, sondern zum Pfoten kühlen und Planschen.
Ruhiges Training im Schatten: einfache Signale, Deckentraining oder kleine Suchaufgaben.
Späte Abendrunde am Wasser: wenn es wirklich abgekühlt ist, kann ein Waldstück mit Bachlauf perfekt sein.
Wichtig: Auch Beschäftigung kann anstrengend sein. Deshalb lieber kurze Einheiten machen und zwischendurch Pausen einbauen. Hundeeis, Snacks und neue Zutaten sollten außerdem gut verträglich sein und nur in kleinen Mengen gegeben werden.
Ist Schwimmen bei Hitze immer gut?
Schwimmen kann für Hunde an heißen Tagen eine tolle Abkühlung sein, aber auch Schwimmen ist Bewegung. Wenn dein Hund wild ins Wasser springt, ständig rein und raus rennt oder Bällen hinterherjagt, kann er sich trotz Wasser überlasten. Gerade bei großer Hitze sollte Schwimmen deshalb ruhig und kontrolliert bleiben.
Außerdem sollte ein aufgeheizter Hund nicht plötzlich ins kalte Wasser springen. Besser ist es, ihn langsam ans Wasser zu gewöhnen: erst Pfoten, dann Beine und Bauch abkühlen lassen, bevor er richtig schwimmt. So kann sich der Körper besser an den Temperaturunterschied gewöhnen.
Ideal sind flache Einstiege, schattige Uferbereiche und kurze Badepausen. Noch besser ist es, wenn dein Hund zwischendurch wirklich zur Ruhe kommt und nicht dauerhaft aufdreht.
An Seen achten wir außerdem immer auf die Wasserqualität. Wenn das Wasser komisch riecht, grünlich schimmert, schlierig aussieht oder Warnhinweise zu Blaualgen vorhanden sind, lassen wir unseren Hund nicht baden. Hunde trinken beim Schwimmen oft Wasser mit oder lecken sich danach das Fell ab und belastetes Wasser kann schnell gefährlich werden.
Unsere Regel: Schwimmen ja, aber nicht als wildes Sportprogramm in der Mittagshitze. Lieber erst gegen Abend und dann erst langsam abkühlen, kurz im Wasser schwimmen und danach Schatten und Pause.


Unser Fazit: Mit Hund im Sommer raus, aber vernünftig
Mit Hund im Sommer rauszugehen heißt für uns nicht, die normale Gassiroutine einfach weiterzumachen. Es heißt: früher planen, kürzer gehen, Schatten suchen, Wasser mitnehmen, den Boden prüfen und den Hund manchmal vor sich selbst schützen.
Lieber eine Runde ausfallen lassen als einen Hitzeschaden riskieren!
Simba braucht im Sommer keine Heldentour, keine Stadtbesichtigung in der Sonne und keine große Mittagsrunde, nur weil sie sonst zu unserer eigentlichen Routine gehört. Er braucht vor allem jemanden, der rechtzeitig erkennt, wann es genug ist.
Ein guter Sommertag mit Hund ist nicht der Tag, an dem man möglichst viel erlebt hat. Es ist der Tag, an dem man vernünftig geplant, rechtzeitig abgebrochen und lieber einmal mehr Pause gemacht hat. Wenn Simba abends entspannt, sicher und gesund auf seiner Decke liegt, war es ein guter Tag.













